Bärentrek, der dritte Tag

Von der kleinen Scheidegg nach Gimmelwald

Das Wetter war morgens leider immer noch sehr bescheiden. Auf dem Aussichtsturm Grindelwaldblick herrschte ungefähr 50 m Sichtweite. Also ging es nach einem sehr guten Frühstück in Richtung Gimmelwald. Plan war eigentlich noch das Lauberhorn „mitzunehmen“,  den Plan habe ich aber auf Grund des Wetters ganz schnell ad acta gelegt. Die höchste Stelle Rinderhütte (2137m) war schnell erreicht und dann ging es auf die Lauberhornabfahrt. Man läuft hierbei über die Abfahrtsstrecke. Die Strecke ist gut bebildert und alle wichtigen Punkte der längsten Abfahrt im Skizirkus sind beschildert.  Kurz hinter der Minschkante quert man dann die Bahnlinie nach Wengen und man befindet sich dann auf der Wengernalp. Noch geht es leicht bergab, nach kurzer Zeit steigt man dann in eine Schlucht hinab. Der Weg in Richtung Trümmelbach hat es in sich, alle gefährlichen Stellen sind gesichert, der Weg ist sehr steil. Runter ist der schon schwer, hochlaufen möchte ich den nicht. Mir ist auch nur ein einziger Wanderer entgegen gekommen. felswandMan hat einen fantastischen Ausblick auf die Felswand von Mürren. Der Ort Mürren ist ja nur über eine Seilbahn erreichbar. Wenn man Trümmelbach im Tal erreicht hat, weiß man aber was man getan hat! Nach einer ausgiebigen Rast ging es dann im Talboden ganz leicht steigend weiter bis nach Stechenberg. In Stechenberg geht es dann in eine Schlucht und direkt neben einem Wasserfall steil bergan bis nach Gimmelwald.

Die letzten 100 Hm bin ich dann ziemlich auf Grundeis gelaufen. Ob es an dem ominösen dritten Tag lag, keine Ahnung. Dieser Tag hatte mich ziemlich mitgenommen. Das Wetter wurde gegen Mittag immer besser, es riss es dann aber auf und wurde zum Abend hin fast schön. Jungfrau MassivDas Panorama von der Terrasse meiner Unterkunft Pension Gimmelwald war dafür aber Atemberaubend! Der Blick auf die Felswände von der Jungfrau bis zum Breithorn entschädigt für sehr vieles. Die Gehzeit von 5 ½ Stunden habe ich überschritten, dafür dass es eigentlich ein leichter Tag war mit 1300 Hm runter und „nur“ 500 Hm hoch war, hatte dieser Tag doch echt Spuren hinterlassen. Die Pension Gimmelwald war ihr Geld wirklich wert, zwar sehr auf englisch sprachige Gäste ausgerichtet, aber mit 60 € für Übernachtung incl. Halbpension deutlich günstiger als die Berggasthäuser.

Bärentrek, der zweite Tag

Grindelwald

Von der großen zur kleinen Scheidegg

Wie es ich Tags zuvor schon angekündigt hatte,  hatte sich über Nacht das Wetter verschlechtert. Im leichten Nieselregen ging es einen nicht ganz unkritischen Weg hinter nach Grindelwand. Der Weg war aber an allen gefährlicheren Stellen, sehr gut gesichert. Anfangs über einen Bergwanderweg, danach über einige Almen die im Winter Skipisten sind und zum Schluss, der mir gar nicht so behagende Asphalt. Grindelwald ist natürlich ein Ort der von Tourismus lebt, dementsprechend war an einem Sonntagmittag viel los. Die „Innenstadt“ von Grindelwald wird zur Zeit umgebaut und ist eine riesige Baustelle. Mit Grindelwald ist aber noch nicht der Tiefpunkt des heutigen Tages erreicht. Von Grindelwald geht es noc etwas tiefer nach Grund. Dort findet man den Bahnhof und die Werkstattgebäude der Wengernalpbahn. Von hier fährt die Bahn noch das kurze Stück nach Grindelwald „City“ oder zur kleinen Scheidegg bzw. zum Jungfraujoch.  Zügig bin ich dann in den Anstieg zur kleinen Scheidegg gegangen. Ich muss sagen, dass war der Tag der seelischen Grausamkeit. Der Weg zur Kleinen Scheidegg hat eine ganz ordentliche Steigung und man quert mehrmals die Zahnradbahn zur kleinen Scheidegg. Noch nie im meinem Leben bin ich so häufig fotografiert oder gefilmt worden. Unmengen Japanische Touristen haben mich in Schweiße meines Angesichts in unzähligen Fotos und Videos „aufs Korn“ genommen. Es war auch der Tag, der Jacke an, Jacke aus.  Beim Aufstieg habe ich meine Regenjacke bestimmt dreimal aus und wieder angezogen. Immer wieder kurze Schauer. Rasthaus und Station BrandeggNach einer längeren Rast in Alipgen mit ein einer Postition Bergkäse hatte sich das Wetter dann entgültig entschieden. Die letzten 1 ½ Stunden von Alipgen zur kleinen Scheidegg regnete es dann konstant! Umso erfreulicher war der Empfang im Berghaus Grindelwaldbild. Eine sehr freundliche Begrüßung. Auch hier Unterbringung im Massenlager, sehr gute Wasch- und warme Duschgelegenheit (kostenfrei!) und ein sehr gutes Essen runden das ganze sehr positiv ab. Das Berghaus Grindelwaldblick, gut 15 Gehminuten von der kleinen Scheidegg entfernt, hat auf jeden Fall meine Empfehlung. Es hat auch, für ein Berggasthaus, exzellente Werte bei Booking.com . Dieses Gasthaus werde ich sehr positiv in erinnerung behalten. Die reine Gehzeit war gut 6 Stunden, 900 Hm runter und 1000 Hm hoch. Auf die Etappe am Fuße der Eigernordwand hatte ich mich sehr gefreut, nur leider habe ich auf Grund der sehr bescheidenen Wetterbedingungen die Eigernordwand überhaupt nicht gesehen.

Es besteht von Alpiglen aus die Möglichkeit über deen Fuß der Eigenordwand bis zum Eigergletscher zu wandern, dass ganze wären zwei zusätzliche Stunden gewesen. Aufgrund des Wetters habe ich auf den Eiger Trail verzichtet!

Bärentrek, der erste Tag

Vom Meinringen zur Gr. Scheidegg

Nach der Fahrt mit dem Nachtzug über Basel, Bern und Interlaken, brachte mich dann die Zentralbahn bis nach Meiringen. Ein gutes Schweizer Frühstück in Meiringen und dann ging es frischen Mutes auf die erste Etappe. Direkt von Anfang an ging es erst mal ordentlich in die Höhe, bis zur ersten Rast in Rosenlaui. Hotel RosenlauiGut 700 Höhenmeter sollten dabei überwunden werden. Hierbei lieferte ich mir ein kleines Wettrennen mit einem, er wird mir sicher nicht böse sein wenn ich das so formuliere, etwas weniger geübten Radfahrer der die Steigung nach Rosenlaui auch in Angriff nahm. Er musste natürlich durch die Serpentinen viel weiter fahren, dafür ging mein Weg deutlich direkter den Berg hoch. Er war dann schließlich einige wenige Minuten vor mir in Rosenlaui. Rosenlaui gilt als die kleinste Ortschaft der Schweiz. Hier gibt es neben dem alten, aber sehr schönen Hotel, noch eine Gletscherschlucht. Das Schmelzwasser der Rosenlauigletschers hat sich hier bis zu 80 m tief in den Fels gefressen.

Über einen sehr gut augeschilderten und gut sichtbaren Weg, ging es über die Schwarzwaldalp stetig ansteigend zum Tourenziel Gr. Scheidegg. Es wurden gut 1400 m in die Höhe zurückgelegt. Berghotel Grosse Scheidegg mit WetterhornDie angegebene Gehzeit um diese Strecke zurückzulegen von gut 5 Stunden, wurde ein wenig unterboten. Für den ersten Tag ein ganz ordentliche Einlauftour. Dafür habe ich mir auf der Terasse des Berghotels auch ein Bier, vielleicht auch zwei, genehmigt. Das Berggasthaus sah auf den ersten Blick sehr gemütlich aus. Lager und auch die Sanitären Anlagen waren in Ordnung. Warmes Duschen durfte mit einem Fränkli berappt werden. Die Unterbringung im Massenlager incl. Halbpension für 78 CHF ging auf Grund des Essens (4 Gänge Menü) noch in Ordnung. Weniger schön war aber die Freundlichkeit des Personals. Daran könnte man mit Sicherheit noch arbeiten. Das Berggasthaus spricht bevorzugt, Biker und Wanderer an. Aufgrund der Lage (Passhöhe, kein Autoverkehr, nur Postbusse) scheint man sich um einzele Kunden wenig Gedanken machen zu müssen. Ob ich dort noch mal einkehre, ich denke eher nicht! Leider zogen ab dem späten Nachmittag Quellwolken auf, die nichts Gutes verhießen.