Bärentrek, Tag 5, erste Änderung der Tour

Von der Griesalp nach Kandersteg

Für den Tag musste ein neues Programm her. Über Nacht hatte es oberhalb von 1600 m geschneit. Der Übergang nach Kandersteg führt hier über Hochtürli/Blümlisalphütte. Das ganze geht auf bis 2600 m. Einheimische sagten mir, man könne den Weg zwar gut gehen, ich entschied mich aber für die Variante sicher. Vom Gasthaus Golderli ging es das Kiental hinunter. Neben der steilsten Postautostrecke der Schweiz der Griesschlucht, führt der Weg weiter in Richtung Kiental. GriesschluchtEntlang des Flusses Kiene lässt es sich sehr gut laufen. In Kiental, nach gut 1,5 Stunden Gehzeit habe ich dann beschlossen, einen faulen Tag zu machen. Die Postautostrecke, die immer in Sichtweite liegt, hatte eine extrem hohe Anziehungskraft und weiteren seelischen Grausamkeiten wollte ich mich dann doch nicht aussetzen. Ich habe mich ins Postauto gesetzt und bin bis Reichenbach gefahren. Dort in den Postbus bis Frutigen und dann den letzten Rest per Bahn bis Kandersteg. Dort habe ich dann das gebuchte Hotel gesucht und schnell gefunden. Nach vier Tagen Massenlager war im Hotel Einzelzimmer angesagt. Ich denke, ich hatte mir das verdient. Er sehr nettes Hotel mit sehr freundlichen Menschen, dazu eine Sauna und sehr leckeres Essen. Das Hotel Hermitage werde ich sicher noch mal besuchen. Da es fast den ganzen Tag regnete, habe ich dann die Möglichkeiten des Hotels intensiv genutzt und auch ein wenig Pflege betrieben.

Kandersteg

Bärentrek, der Tag vier, Schneefall droht

Von Gimmelwald zur Griesalp.

Auf dem Programm stand ein Tag der es in sich hatte. 6 ½ Std. Gehzeit, 1250 Hm hoch und 1180 Hm runter. Dazu der zweithöchste Punkt der gesamten Tour, die Sefinenfurgge mit 2612 m. In Gimmelwald ging es relativ locker los, nach gut einer halben Stunde, dann der Aufsteig zur Rotstockhütte. RotstockhütteHier eine kurze Rast, der halbe Liter Wasser für 5,50 CHF. Zufällig habe ich gesehen, dass war das Mineralwasser  von Denner für 0,89 CHF. Das Wasser und/oder Bier muss aber nicht hochgetragen oder per Heli gebracht werden, die Hütte hat einen Lastenaufzug. Dann ist der Preis schon etwas heftig. Die Hüttenwirtin sprach aber auch eine Warnung vor drohendem Schneefall am späten Nachmittag aus. Aber weiter ging es zur Sefinenfurgge ein paar knackige Anstiege und auch zwischendurch ein paar Längen bei denen man richtig Meter machen konnte. Der Schlussanstieg ist dann aber wieder ziemlich heftig. Dort oben habe ich nur eine sehr kurze Rast abgehalten, es war nicht wirklich das Wetter für eine längere Rast. Es zog ganz ordentlich.Sefinenfurgge Der Abstieg ist direkt wieder sehr steil. Treppen erleichtern den Abstieg ungemein. Sehr schnell verliert man 100 Hm. Weiter geht es über jede Menge Schutt bis man dann wieder Fels und schließlich Almen  erreicht. Hier holte ich dann auf einer Alp, die verdiente Pause nach. Ich sprach noch mit der Bäuerin, die die Alp Winterfest machte. Auch sie bestätigte mir, dass sie wegen des kommenden Schneefalls die Alp räumen würden und in eine tiefere Alp umziehen würden. Ich traf bei  meinem weiteren Abstieg noch eine Herde Kühe, die mich anschaute, und in den Gesichtern der Kühe kommte ich deutlich lesen, was is’n datt fürn Bekloppten. Leider habe ich meine Kamera zu spät gezückt, die Kühe gaben sich sehr schnell wieder des grasens hin. Nach gut 6,5 Stunden Gehzeit erreichte ich dann mein Tagesziel, dass Gasthaus Golderli kurz vor der Griesalp. Insgesamt waren wir drei Gäste, eine holländisches Ehepaar und meine Wenigkeit. Später gesellte sich dann noch ein Bergführer hinzu der auf ein Bier herein kam. Ihn fragte ich wie er die Wettersituation und den Übergang über Hochtürli nach Kandersteg einschätzen würde. Er sagte, der Weg über Hochtürli sei auch mit Schnee gehbar, aber nicht ganz ungefährlich. Es solle bis 1600 m runter schneien würde. Der Schnee sei pampig und auf dem felsigen Boden, vor allem beim Abstieg zum Oeschingsee sei dann nicht ganz ungefährlich. Ich habe dann für den nächsten Tag nach einer alternativen Route gesucht. Das Gasthaus Golderli war OK, man gewöhnt sich irgendwie sehr schnell an Preise jenseits der 70 CHF für eine Übernachtung im Massenlager incl. Halbpension.

Sollte ich diese Tour aber noch mal gehen, würde ich wohl nicht mehr zur Griesalp absteigen. Von der Sefinenfugge gibt es einen Weg zur Gspaltenhornhütte. Diese liegt auf gut 2000 m. Man steigt nur 600 Hm ab und verkürzt die Tour am nächsten Tag, die ja ganz ordentlich ist, deutlich. Der Weg zur Griesalp ist ganz nett, so etwas hat man aber doch schon häufiger gesehen.